Vier Methoden des Stessabbaus
In unserer Gesellschaft erleben viele Menschen Stress, wenn sie glauben, Anforderungen nicht erfüllen zu können oder wenn ihr Handeln im Leben vom Ideal-Selbst abweicht. Wir können Stress erleben, wenn wir zu viel zu tun haben, aber auch wenn wir zu wenig zu tun haben. Stress kann in sozialen Situationen ebenso auftreten wie im Beruf und wir können sogar Stress erleben, weil wir zu wenige Sozialkontakte haben.
In der Psychologie unterscheiden wir Eustress und Distress, wobei der Eustress, der gute Stress ist, der uns in Situationen, in denen es darauf ankommt, Bestleistungen ermöglicht, während der Distress jener Stress ist, der gesundheitsschädlich ist. Dabei entscheidet meist die Dauer der Aktivierung (des Stresses), ob er leistungsfördernd oder leistungshemmend bzw. sogar gesundheitsschädlich ist. Kurzzeitiger Stress ist meist günstig, während lang anhaltender Stress alle möglichen negativen Wirkungen auf unseren Organismus hat.
Menschen fanden verschiedene Wege, mit Stress umzugehen oder Stress zu vermeiden, manche davon sind günstig, andere auf lange Sicht unklug.
Vier Wege des Stressabbaus
Methode 1, um Stress abzubauen ist es, die Stressursache auszuschalten. Das könnte bedeuten, einen Job, den wir nicht mögen, zu kündigen oder eine Beziehung, die uns mehr Stress als Vergnügen bereitet, zu beenden. Aus Gründen wie finanziellen Verpflichtungen, fehlenden Alternativen oder moralischen Überlegungen, ist das nicht immer möglich.
Methode 2 ist leider sehr beliebt, doch langfristig schädlich. Das wäre nämlich der Griff zu entspannenden Substanzen, wie Alkohol, Cannabis oder illegalen Drogen. Auch vom Arzt verschriebene Beruhigungsmittel schaffen meist nur kurzfristig Abhilfe, könnten langfristig aber süchtig machen. Mit anderen Worten, die Kosten für diese Art des Stressabbaus sind eindeutig zu hoch, weshalb diese Lösung ganz und gar nicht empfehlenswert ist!
Methode 3 sind Entspannungstechniken, wie etwa die progressive Muskelentspannung nach Jacobson, autogenes Training, Meditation, Yoga, Sport oder Hypnose. Diese Techniken sind deutlich empfehlenswerter und gesünder, erfordern aber einige Übung, um sie in der stressverursachenden Situation anwenden zu können.
Methode 4 ist gemäß neuerer Forschung besonders empfehlenswert. Sie besteht darin, den Körper in rhythmische Schwingung zu versetzen, das geht besonders gut beim Joggen oder beim Tanzen, aber auch moderne körpertherapeutische Techniken, wie etwa Trauma-Yoga zählen hier dazu.
Entspannungstechniken können im Rahmen von Kursen, aber auch im Rahmen einer Psychotherapie erlernt werden. Unsere individuelle Biografie, aber auch angeborene Resilienzfaktoren tragen dazu bei, dass uns Umweltfaktoren mehr oder weniger stressen. Wir alle kennen Menschen, die nahezu in jeder Situation die Ruhe selbst sind, während andere schon bei geringfügigen Störungen völlig ausrasten und mit höherem Puls, Bluthochdruck und dergleichen reagieren. Manches davon könnte angeboren sein, vieles davon dürfte aber durch Eltern, wichtige Bezugspersonen sowie Erfahrungen während unseres Lebens erlernt sein. Hier einen neuen Umgang zu finden, könnte Ziel einer Psychotherapie oder klinisch-psychologischen Behandlung sein.